Der Wunsch ist fast immer derselbe: Küche und Wohnzimmer sollen ein Raum werden, mehr Licht, mehr Weite, ein offener Grundriss. Im Weg steht eine Wand – und die Frage, ob sie überhaupt weg darf. Eine tragende Wand entfernen zu lassen ist kein Abrissjob, sondern ein statischer Eingriff: Die Lasten aus Decken, Geschossen und Dach müssen über eine neue Konstruktion abgeleitet werden, bevor der erste Stein fällt. Tahamm Bau übernimmt das in Berlin als Komplettleistung – von der statischen Prüfung über die Abfangung bis zur fertig verputzten Öffnung.
Ob eine Wand tragend ist, lässt sich nicht am Klopfgeräusch entscheiden. In Berliner Altbauten sind Innenwände häufig aus Vollziegel gemauert und übernehmen Lasten aus Holzbalkendecken, während in Plattenbauten fast jede Querwand tragend ist. Sicherheit gibt nur der Blick in die Bestandsunterlagen und die Beurteilung vor Ort. Genau damit beginnt bei uns jedes Projekt – bevor über Träger, Termine oder Kosten gesprochen wird.
Unsere Leistungen beim Entfernen tragender Wände
Leistungen:
- Prüfung vor Ort: Ist die Wand tragend, welche Lasten liegen auf ihr, wie ist der Untergrund beschaffen
- Statische Berechnung und Trägerdimensionierung durch unseren Tragwerksplaner
- Anzeige beziehungsweise Antrag beim zuständigen Bauamt, inklusive der erforderlichen Nachweise
- Temporäre Abfangung der Decke mit Stützen und Jochen während der Bauphase
- Einbau von Stahlträgern (HEB, IPE) oder Stahlbetonstürzen samt Auflagern
- Brandschutztechnische Verkleidung der Träger, wo sie gefordert ist
- Schließen der Anschlüsse: Putz, Trockenbau, Estrich und Malerarbeiten bis zum bezugsfertigen Zustand
Tragend oder nicht tragend – der Unterschied in der Praxis
Eine nicht tragende Wand trennt nur Räume. Sie lässt sich an einem Tag entfernen, es bleiben Putzarbeiten und ein Streifen im Estrich. Eine tragende Wand dagegen leitet Lasten nach unten ab. Wird sie ohne Abfangung entfernt, senken sich Decken, es entstehen Risse in den darüberliegenden Geschossen, im schlimmsten Fall droht ein Einsturz. Der Unterschied im Aufwand ist entsprechend groß: Statik, Träger, Abfangung und Bauamt kommen hinzu.
Erste Anhaltspunkte liefern Wandstärke und Lage. Wände ab etwa 17,5 Zentimetern Stärke, Wände, die in jedem Geschoss übereinanderliegen, und Wände, die im Keller auf einem Fundament stehen, sind fast immer tragend. Aber es gibt Ausnahmen in beide Richtungen – etwa aussteifende Wände, die zwar keine vertikalen Lasten tragen, aber das Gebäude gegen horizontale Kräfte stabilisieren. Auch die dürfen nicht ohne Ersatz verschwinden. Deshalb ersetzt keine Faustregel die Beurteilung durch einen Statiker.
Ablauf: von der Besichtigung bis zur offenen Wand
1. Besichtigung und Bestandsaufnahme
Wir sehen uns die Wand, die angrenzenden Räume und – wenn möglich – den Keller an. Vorhandene Baupläne, Grundrisse oder alte Statiken helfen enorm. Fehlen sie, ermitteln wir den Aufbau durch Öffnungen an unkritischen Stellen. Am Ende dieses Termins wissen Sie, ob Ihr Vorhaben umsetzbar ist und was es grob kostet.
2. Statische Berechnung
Der Tragwerksplaner ermittelt die Lasten aus Decken, Geschossen, Dach und Verkehrslast und dimensioniert daraus den Träger sowie die Auflager. Das Ergebnis ist ein prüffähiger Standsicherheitsnachweis mit Positionsplan – die Grundlage für Bauamt und Ausführung. Häufig zeigt sich hier auch, dass eine breitere Öffnung möglich ist als zunächst gedacht.
3. Anzeige beim Bauamt
In Berlin ist der Eingriff in tragende Bauteile anzeige- oder genehmigungspflichtig. Wir bereiten die Unterlagen auf und reichen sie beim Bauamt des jeweiligen Bezirks ein. In einer Eigentümergemeinschaft kommt der Beschluss der WEG hinzu, da tragende Wände zum Gemeinschaftseigentum gehören. Um beides kümmern wir uns rechtzeitig, damit der Bautermin steht.
4. Abfangen, öffnen, schließen
Vor dem ersten Schlag steht die temporäre Abfangung mit Stützen und Jochen. Dann wird die Öffnung abschnittsweise hergestellt, der Träger eingebaut, satt untermauert und verpresst. Erst wenn er trägt, kommen die Stützen weg. Anschließend schließen wir Putz, Decke und Boden an – inklusive Feinreinigung. Bei üblichen Wohnungsprojekten dauert dieser Teil zwei bis fünf Arbeitstage.
Was in Berlin besonders zu beachten ist
Der Berliner Altbaubestand ist geprägt von Holzbalkendecken, die in den tragenden Innenwänden aufliegen. Diese Decken reagieren empfindlich auf Erschütterungen, und die Auflagerpunkte der Balken sind nach über hundert Jahren nicht selten geschädigt. Deshalb arbeiten wir hier mit möglichst erschütterungsarmen Verfahren und prüfen bei geöffneter Wand immer auch den Zustand der Balkenköpfe. Wo Schäden sichtbar werden, sprechen wir sie an, statt sie zu überbauen.
Hinzu kommt die Berliner Wohnrealität: enge Treppenhäuser, Innenhöfe ohne Zufahrt, Nachbarn im Homeoffice. Wir planen Materialtransport, Bauschuttentsorgung und Lärmzeiten so, dass der Ablauf für alle erträglich bleibt, und stimmen den Zeitraum vorab mit der Hausverwaltung ab. In Milieuschutzgebieten – etwa in Teilen von Neukölln, Friedrichshain oder Pankow – kann zusätzlich eine Genehmigung nach der sozialen Erhaltungssatzung nötig sein. Auch das klären wir vorab.
Was mit der Wand verschwindet – und was Sie einplanen sollten
In einer tragenden Wand steckt selten nur Mauerwerk. Elektroleitungen, Heizungsrohre, Abwasserstränge und in Altbauten gelegentlich alte Gasleitungen verlaufen genau dort, wo die Öffnung entstehen soll. Diese Leitungen müssen vor dem Durchbruch umgelegt werden, und zwar von den jeweiligen Fachgewerken. Wir stellen die Koordination her, damit Elektriker und Installateur zur richtigen Zeit auf der Baustelle sind – das erspart Ihnen Wartetage zwischen den Gewerken.
- Steckdosen und Schalter in der Wand: neue Leitungsführung planen, bevor gestemmt wird
- Heizkörper an der Wand: Vor- und Rücklauf umlegen oder Heizkörper versetzen
- Bodenaufbau: Estrichhöhe und Belag unterscheiden sich oft zwischen den beiden Räumen
- Deckenanschluss: Stuck, Deckenleisten und abgehängte Decken brauchen eine Lösung
- Schallschutz: Ein offener Grundriss überträgt Geräusche anders als zwei getrennte Räume
Der Bodenübergang wird regelmäßig unterschätzt. Wenn Küche und Wohnzimmer bislang unterschiedliche Aufbauhöhen hatten, entsteht nach dem Durchbruch eine Stufe oder ein sichtbarer Streifen. Wir klären vorab, ob angeglichen, mit Schiene getrennt oder der Belag durchgehend neu verlegt wird – und was das kostet.
Fehler, die wir immer wieder sehen
Der häufigste Fehler ist der Durchbruch ohne Nachweis, oft von günstigen Anbietern ausgeführt und im Nachhinein kaum zu heilen. Wird die Öffnung später bei einem Verkauf, einer Finanzierung oder einem Schadensfall auffällig, verlangt der Gutachter den Standsicherheitsnachweis – und der lässt sich für eine bereits geschlossene Konstruktion nur mit erheblichem Aufwand nachreichen. Im Zweifel muss die Öffnung freigelegt werden.
Der zweite Fehler betrifft die Auflager. Ein Träger ist nur so gut wie die Punkte, auf denen er ruht. Wird das Mauerwerk darunter nicht geprüft oder die Lastverteilungsplatte weggelassen, drückt sich der Träger im Lauf der Zeit ein. Die Folge sind Risse über der Öffnung, die immer wiederkommen, egal wie oft gespachtelt wird. Der dritte Fehler ist das zu frühe Entfernen der Stützen: Mörtel braucht Zeit, bevor die Last übernommen werden darf.
Was kostet es, eine tragende Wand entfernen zu lassen?
Die Spanne ist groß, weil drei Faktoren den Preis bestimmen: die Breite der Öffnung, die Höhe der abzufangenden Lasten und die Zugänglichkeit der Baustelle. Eine drei Meter breite Öffnung im Erdgeschoss eines zweigeschossigen Hauses ist etwas anderes als dieselbe Öffnung im ersten Obergeschoss eines Gründerzeitbaus mit drei Geschossen darüber. Die folgenden Werte sind Erfahrungswerte aus Berliner Projekten und ersetzen kein Angebot.
| Leistung | Kostenrahmen |
|---|---|
| Statische Berechnung inklusive Nachweis | 600 – 1.500 € |
| Anzeige/Antrag beim Bauamt (Gebühren und Aufbereitung) | 250 – 800 € |
| Öffnung bis 2,5 m Breite inklusive Stahlträger | 3.500 – 6.000 € |
| Öffnung 2,5 – 4 m inklusive Stahlträger und Auflager | 6.000 – 11.000 € |
| Brandschutzverkleidung des Trägers | 400 – 1.200 € |
| Putz-, Trockenbau- und Malerarbeiten am Anschluss | 800 – 2.500 € |
Rechnen Sie bei einem typischen Wohnungsprojekt in Berlin mit 5.000 bis 9.000 Euro für die komplette Leistung von der Statik bis zur fertigen Oberfläche. Wir machen die Positionen im Angebot einzeln sichtbar, damit Sie sehen, wofür Sie zahlen.
Häufige Fragen
Woran erkenne ich, ob eine Wand tragend ist?
Sichere Hinweise sind eine Wandstärke ab 17,5 Zentimetern, eine durchgehende Lage über mehrere Geschosse und ein eigenes Fundament im Keller. Sicherheit gibt aber erst der Blick in die Bestandsstatik oder die Beurteilung durch einen Tragwerksplaner. Verlassen Sie sich nicht auf den Klopftest – gerade Altbauwände klingen oft hohl, obwohl sie tragen.
Brauche ich für den Durchbruch eine Genehmigung?
Ja. Eingriffe in tragende Bauteile sind in Berlin anzeige- beziehungsweise genehmigungspflichtig, und es wird ein prüffähiger Standsicherheitsnachweis verlangt. In einer Eigentümergemeinschaft ist zusätzlich ein Beschluss erforderlich, weil tragende Wände Gemeinschaftseigentum sind. Wir übernehmen die Unterlagen und die Abstimmung mit dem Bauamt.
Wie lange dauern die Arbeiten?
Die eigentlichen Bauarbeiten dauern bei einer Wohnung meist zwei bis fünf Arbeitstage. Der Gesamtzeitraum wird von der Statik und dem Bauamt bestimmt: Die Berechnung liegt nach ein bis zwei Wochen vor, die behördliche Bearbeitung dauert je nach Bezirk zwei bis acht Wochen. Wer den Termin früh plant, verliert keine Zeit.
Kann ich während der Arbeiten in der Wohnung bleiben?
Bei einer einzelnen Öffnung ist das meist möglich, wenn ein anderer Raum als Rückzugsort dient. Es wird laut und staubig, deshalb bauen wir Staubschutzwände auf und decken Böden ab. Bei mehreren Durchbrüchen oder gleichzeitigen Sanierungsarbeiten empfehlen wir, für die lautesten Tage auszuweichen.
Offener Grundriss ohne Risiko – sprechen Sie uns an
Wir sehen uns Ihre Wand an, sagen Ihnen ehrlich, was geht und was nicht, und liefern anschließend alles aus einer Hand: Statik, Behördenweg, Abfangung, Durchbruch und Oberfläche. Die Erstbesichtigung in Berlin ist für Sie kostenlos.
Passende Leistungen
- Stahlträger einbauen – Dimensionierung, Auflager und Einbau der Abfangung
- Wanddurchbruch mit Statik – Durchbrüche jeder Größe inklusive Nachweis
- Statik & Trägerberechnung – prüffähige Nachweise für Ihr Bauvorhaben
- Kontakt aufnehmen – kostenlose Beratung und Besichtigung vereinbaren